Logo Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit Link zur Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Logo Perspektive 50plus mit Link zur Startseite

Erfahrungsberichte

Monteur mit Steigeisen

Hartmut Karl arbeitet heute als Fernmeldemonteur

Hartmut Karl ist wieder in seinem Element: Seit Kurzem klettert der 53-Jährige für seinen neuen Arbeitgeber mit Steigeisen Masten hinauf. In bis zu sechs Meter Höhe verlegt der Elektroanlagenmonteur Kabel für die Telekommunikation. Wenn es sein muss, bei Wind und Wetter. Nur der Wille zählt, sagt er: „Man muss sich immer einreden: ’Du kommst da rauf!’ Sonst rutscht man ab.“

Eine Knochenarbeit, aber darüber würde sich Hartmut Karl nie beklagen. Schließlich ist es sein Beruf, den er schätzt, der einfach zu ihm gehört. Er kennt es nicht anders, von früh an hat er hart gearbeitet. Als er sein Handwerk in den 70-er Jahren in Thüringen erlernte, da musste er noch jedes Loch für die Telefonmasten mit Pickel und Spaten ausheben.

Der körperlichen Belastung hielt er stand. Schlimmer fand er es, als seine Arbeitskraft nicht mehr gefragt war. Im Jahr 2000 baute die Telekom seine Stelle ab, man wollte ihn, den Anlagenbauer, an den Schreibtisch versetzen, „doch Akten sortieren - das war nichts für mich.“ Er ging zu einem Subunternehmen der Telekom, damit er weiter in seinem Beruf tätig sein konnte. Zwei Jahre später, nach der Insolvenz dieser Firma, war er arbeitslos.

Seit der Rückkehr in meinen Beruf sehe ich wieder Sinn in dem, was ich tue. Und ich merke, dass andere profitieren können, wenn ich meine Erfahrung einbringe.
Hartmut Karl

Um beschäftigt zu sein, braucht Hartmut Karl keine Anstellung. „Auf dem Dorf gibt es immer was zu tun“, sagt er. Brennholz machen, im Garten arbeiten. Und doch war er froh, dass er durch das Jobcenter eine Aufgabe bekam. Erst im Rahmen eines Schreinerlehrgangs, dann durch eine Arbeitsgelegenheit, bei der er Wanderwege pflegte und Holzbänke aufbaute. „Da habe ich was dazugelernt, das war etwas Neues.“ Nur etwas Dauerhaftes fand sich lange nicht.

Daher war die Erleichterung groß, als das Jobcenter Hildburghausen eine halbe Autostunde entfernt bei der SFK Networkservice GmbH eine Chance für ihn fand. Es passte, Karl bewährte sich beim Einarbeitungstraining. Trotzdem zögerte die Firma, ihn einzustellen – zu groß war der Zweifel, ob er auch in den folgenden Monaten den Anforderungen gerecht werden könnte. Eine Situation, in der ein Instrument des Beschäftigungspaktes Wirkung zeigte: Die Fallmanagerin konnte der Firma einen Eingliederungszuschuss anbieten.

Längst weiß der Fernmeldemonteur auch die Formulare auszufüllen, die ihm erst fremd waren. „Man fuchst sich eben ein.“ Zum Glück muss er nicht so oft auf Montage. Und wenn, ist er froh, dass er mit dem jüngeren Kollegen ein gutes Team bildet. Und dass er ihm immer mal etwas zeigen kann. Das macht Karl auch sichtlich stolz – zu erleben, welche Erfahrung er mitbringt. „Als alter Hase kann ich ja manche Sachen ganz gut einschätzen.“