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Eine „Fabrik für Ältere“ in Südbrandenburg

Innovationen im südlichen Brandenburg

Manchmal muss sich Dr. Michael Thomas wundern über andere Wissenschaftler. Über Ökonomen etwa, die Rankings erstellen und Landkreise wie Elbe-Elster weit hinten einreihen. „Für die gibt es hier nichts“, sagt der Sozialforscher, der das 50plus-Programm in der Region betreut. „Dabei hat man gemeinsam viel Neues geschaffen, trotz schwieriger Bedingungen.“

Lutz Horst weiß noch, wie skeptisch er war. Schon wieder so ein Projekt, dachte er, wieder nur eine kurze Hoffnung, die kommt und geht. Seit zehn Jahren waren dem Installateur aus Finsterwalde solche „Maßnahmen“ vertraut. „Nie hat sich daraus eine richtige Arbeit ergeben“, sagt der 54-Jährige.

Mit seinen Vorbehalten war er nicht allein. Schon beim Start des Beschäftigungspaktes 2005 gab es Kritik. „Vertreter aus Politik und Verwaltung wollten etwas anderes“, erzählt Thomas. „Es hieß, man solle eher Maschinen kaufen, um den Unternehmen hier etwas Greifbares zu bieten.“ Südbrandenburg ist eine Region mit vielen Gesichtern. Seit langem ist sie strukturschwach, jeder sechste Bewohner arbeitslos. Gleichzeitig gibt es starke klein- und mittelständische Betriebe, die sich nach der Wende behauptet haben. Mehr als das: Einige aus der Metall- und Elektroindustrie gelten als Weltmarktführer.

Aller Skepsis zum Trotz: Die Fördermaßnahmen sind bei der Zielgruppe angekommen. Und dank des guten Zusammenspiels vieler konnten wir Unternehmen unterstützen, indem wir für sie Fachkräfte ausgesucht und qualifiziert haben.

Bernd Guthknecht, Paktkoordinator 

Heute, vier Jahre später, ist der Projektmanager des Beschäftigungspaktes auf manchen Erfolg stolz. „Andere Wege in der Arbeitsförderung für Ältere einzuschlagen und sie mit neuen Partnern zu ebnen, das hat sich gelohnt“, sagt Bernd Guthknecht, „und zwar für alle“. Insgesamt 230 freiwillige Teilnehmer fanden allein 2009 auf den ersten Arbeitsmarkt zurück. Vielseitige Angebote in sechs Teilprojekten sorgten dafür, darunter Coaching und Qualifizierung für die Teilnehmer, intensive Begleitung und Vermittlung von Fördergeldern für die Arbeitgeber.

Wie erfolgreich das geschehen kann, zeigt die „Fabrik der Älteren“. Ihre Geschichte beginnt im März 2006: Gerade hat das Pakt-Management ein Teilprojekt abbrechen müssen; die Ergebnisse des Trägers waren unzureichend. Die freigesetzten Finanzmittel sollen zum Teil in ein neues Projekt fließen. Eines Abends, als Pakt-Mitarbeiter, Träger und Unternehmer sich bei einem Bier austauschen, entsteht dafür eine Idee.

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