Logo Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit Link zur Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Logo Perspektive 50plus mit Link zur Startseite

Job-Mobil bringt Stellenangebote

Perspektive 50plus unterwegs in Nordhessen

Ein Supermarkt, eine Bankfiliale, ein Parkplatz – wenn Menschen im nordhessischen Gilserberg auf der Straße zusammentreffen, dann hier auf dem Platz der Begegnung, dem Zentrum des 600-Einwohner-Dörfchens. Und auf Begegnungen hoffen Christiane Kallus und Elke Genuit an diesem grauen Frühherbstmorgen: Vor ihrem mit 50plus-Werbung versehenen Job-Mobil bauen sie Stehtische und Prospektständer mit frischen Stellenangeboten aus Gilserberg und dem näheren Umland auf.

Lange müssen sie nicht warten. Der blasse, schmächtige Mann Mitte 50 ist mit dem Fahrrad da. Früher war er in der Landwirtschaft tätig. „Haben Sie einen Führerschein?“ fragt Elke Genuit – „Nein? Dann kommt die Fahrerstelle nicht in Frage. Leichte Hilfstätigkeit in Haushalt und Garten – drei bis 5 Stunden in der Woche, in Schönau.“ Das ist aber weit weg, zu weit mit dem Fahrrad, zumal im Winter. „Da haben wir eine Floristenstelle, Blumen stecken und so weiter ...“ - „Das kann ich auch!“- „Dann wär' das was für Sie, das ist in Gilserberg.“ Zufrieden steckt der Mann die Stellenausschreibung ein. „Eine Supersache, dass die hierher zu uns kommen“, sagt er und radelt von dannen.

Seit dem 4. Mai 2009 ist das Job-Mobil im ländlich geprägten Schwalm-Eder-Kreis unterwegs. Die Idee: Informationen über Arbeitschancen zu den Menschen zu bringen. Dorthin, wo die Wege zur nächsten Arbeitsagentur weit sind . Wo das Internet noch nicht so verbreitet ist wie in der Stadt. Die Mobilität der Leute hier ist geringer. „Da müssen wir eben mobil werden“, meint Christiane Kallus.

Der Tourenplan: www.job-mobil-50plus.de

Diese Idee liegt so nahe, dass Job-Mobile eigentlich überall in den ländlichen Räumen der Republik unterwegs sein müssten. Doch das Projekt ist bislang einmalig in Deutschland. Warum, weiß auch Christiane Kallus nicht. „Auf die einfachsten Dinge kommt man zuletzt“, meint sie achselzuckend. Als sie von der Leitung der Arbeitsförderung Schwalm-Eder auf das Vorhaben angesprochen wurde, hat sie jedenfalls ohne Zögern zugesagt. Und ihre Kollegin Elke Genuit im gleichen Zimmer bekundete ebenfalls ihr Interesse. „Da konnten wir ein Projekt völlig neu aufbauen. Keiner hat uns gesagt, wie es aussehen soll“, erzählt sie. So sind die beiden erst einmal über die Dörfer gefahren und haben geschaut, wo sie mit dem umgebauten Wohnmobil überhaupt Kundschaft finden könnten.

Der nächste Kunde fährt mit dem Wagen vor, er gehört erkennbar nicht zur Kernzielgruppe. Nicht für sich, sondern für seine Tochter fragt er. Kein Problem: „Hier kann jeder nach Stellenangeboten schauen – nicht nur ältere Arbeitssuchende“ erklärt Christiane Kallus. „Wir selektieren nicht. Aber überwiegend kommen doch Ältere.“ Deshalb gibt es die Stellenangebote ganz bewusst in Papierform zum Mitnehmen.

weiter