Das Reisende Reporterteam
Ein Team aus Redakteur und Fotograf besucht ausgewählte Beschäftigungspakte und berichtet über einzigartige Geschichten rund um das Bundesprogramm. Innovative Ansätze und interessante Teilprojekte werden dargestellt. Ebenso werden besondere Persönlichkeiten, die sich für das Bundesprogramm und dessen Ziele einsetzen, vorgestellt.
Die entstandenen Kurzreportagen haben unterschiedliche Schwerpunkte und spiegeln die inhaltliche Bandbreite des Bundesprogramms wider.
Reiseroute
17.09.2009: Gesundheitstag "Fit mit Franka"
30.09.2009: Job-Mobil „Perspektive 50plus“
01.10.2009: Besuch Unternehmen mit Weitblick 2008
07.10.2009: Ein regionaler TV - Sender lebt Perspektive 50plus
16.10.2009: Teilprojekt „Fit in den Job“
Mit dem Pakt 50 für Nürnberg und Fürth in Bewegung kommen
„Je länger jemand arbeitslos ist, desto mehr gesundheitliche Probleme hat er“, sagt Claus-Dieter Rückel, Geschäftsführer der Arge Nürnberg. „Gesundheitliche Probleme sind oft schuld daran, dass jemand keinen Job findet“, ergänzt Thomas Geiger, stellvertretender Projektleiter des Pakt 50. Ein Teufelskreis, den das Projekt „Fit in den Job“ zu durchbrechen versucht. Dabei geht es nicht nur darum, die körperliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmer zu verbessern, sondern auch darum, ihr Vertrauen in die eigenen Stärken wieder zu erwecken – „Empowerment“ nennt man diesen Ansatz in der Fachsprache. „Dass wir nicht irgendein Fitnessstudio für dieses Projekt ausgewählt haben, sondern ein anerkanntes Unternehmen der Gesundheitsförderung, soll auch die Wertschätzung zeigen, die wir den Teilnehmern entgegenbringen“, verdeutlicht Claus-Dieter Rückel.
Die Gesundheitsförderung ist nur eine von vielen Maßnahmen zur Aktivierung und Arbeitsförderung der Teilnehmer des Pakt 50. Nach einem individuellen Eingangsprofiling und Bewerbungscoaching begleiten die Betreuer ihre Schützlinge zu Vorstellungsgesprächen, zum Friseur oder auch zum Einkaufen. „Wir schauen genau hin, warum ein Bewerber nicht genommen wird und setzen dann dort an“, erklärt Franziska Zühlke, Projektleiterin des Pakt 50. „Die Kunst liegt darin, die Teilnehmer zu begleiten, aber nicht zu sehr zu bemuttern“, so Zühlke weiter. Praktika und Eingliederungszuschüsse eröffnen ihnen die Chance, das Arbeitsleben wieder zu erproben. Auf der anderen Seite besteht für Unternehmen die Möglichkeit, die Qualitäten des Bewerbers unverbindlich kennen zu lernen.
Oft sind es die kleinen Dinge, die für manche der Pakt 50-Teilnehmer große Herausforderungen darstellen. „Das wird vielen aber erst bewusst, wenn sie konkret in der Situation sind“, gibt Claus-Dieter Rückel zu bedenken. Trotzdem ist die Abbrecherquote im Bewegungsprogramm „Fit in den Job“ sehr gering. Nur zwei der 20 Teilnehmer haben aufgegeben. „Die Truppe hat uns echt überrascht“, sagt Medical-Park Chef Christian Grunow. Motivation und Präsenzzeiten seien sehr hoch. Unter therapeutischer Anleitung trainieren die Pakt 50-Teilnehmer zweimal pro Woche in zwei Gruppen. An hochmodernen Fitnessgeräten stärken sie Muskelkraft und Ausdauer. Die Säule in der Mitte gibt den Takt vor. Während das Wasser sprudelt, wird trainiert, hört es auf, wechselt man zum nächsten Gerät.
Interview mit Christian Grunow, Leiter Medical Park St. Theresien
Herr Grunow, der Medical Park St. Theresien ist unter anderem auch Olympiastützpunkt in Bayern. Wie kam die Zusammenarbeit mit dem Pakt 50 zustande?
„Sport hat schon immer Menschen aller sozialen Schichten untereinander verbunden. Der Kontakt kam dadurch zustande, dass wir selbst im Theresienkrankenhaus einen Pakt 50-Teilnehmer eingestellt haben. Nach einem gemeinsamen Gesundheitstag im Januar ist das Bewegungsprogramm bereits unser zweites Kooperationsprojekt.“
Der Medical Park ist nicht einfach „nur“ ein Fitnessstudio. Was unterscheidet Sie von anderen Einrichtungen?
„Wir bieten unseren Kunden höchste medizinische Kompetenz. Der Trainingserfolg lässt sich dank der Chipkarten genau dokumentieren. Außerdem werten wir die Ergebnisse wissenschaftlich aus.“
Unterscheiden sich die Pakt 50-Teilnehmer von ihren anderen Kunden? Haben Sie schon Veränderungen bemerkt?
„Ja, auf jeden Fall. Am Anfang wurde mein „Grüß Gott“ kaum erwidert. Inzwischen hat sich das total verändert. Die Teilnehmer sind viel aufgeschlossener geworden.“