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Fit mit Franka

Weltmeister unter sich

Franka Dietzsch war einmal die beste Diskuswerferin der Welt. Jetzt sitzt die groß gewachsene blonde Frau mit Vertretern von Arbeitsgemeinschaften aus Mecklenburg-Vorpommern und Optionskommunen aus Brandenburg in einem Saal im Neubrandenburger „Parkhotel“ vor über 110 Personen und ist begeistert: „Sie haben meine Hochachtung, was Sie in dieser Zeit geschafft haben – das ist wahrhaft weltmeisterlich.“

 

Gerade hat Andreas Wegner, Geschäftsführer der Neubrandenburger Arbeitsgemeinschaft Vier-Tore-Job-Service, verkündet, dass es den zwei Beschäftigungspakten „Allianz 50plus“ und „Job-direkt 100“ seit Anfang des Jahres gelungen sei 665 Menschen wieder in Arbeit zu bringen, auf „den ersten Arbeitsmarkt, wohlgemerkt.“ Und das in einer ländlichen Region, von der jeder weiß, dass sie strukturschwach ist, eine hohe Arbeitslosigkeit aufweist und dass viele Menschen von hier abwandern.

Hohe Kunst des Diskuswerfens: Franka Dietzsch

Nur Vorurteile? Nicht ganz. Hier seien tatsächlich überproportional viele Männer und Frauen über 50 arbeitslos, und das Angebot an Industriearbeitsplätzen sei eher bescheiden, sagt Wegner. „Tatsächlich haben wir aber eine hohe Nachfrage nach Fachpersonal. Dazu kommt: Die Menschen hier sind wesentlich mobiler als in den anderen Bundesländern.“ So gebe es zum Beispiel ein Projekt, das die Vermittlung von Personal für Gaststätten und Tourismusbetriebe im Winter in die alpinen Skigebiete in Österreich und im Sommer in die Müritzer Seenlandschaft oder auf die Ostsee-Inseln unterstützt.

Flexibel, freundlich und findig – das sind sie, die Mitarbeiter/-innen von den Arbeitsgemeinschaften und optierenden Kommunen, die sich hier zusammengeschlossen haben, und an diesem Tag Arbeitsvermittler und die betroffenen älteren Arbeitnehmer selbst zu einem Tag „Fit mit Franka“ geladen haben. Jobs suchen, Firmen abklappern, Arbeitgeber/-innen und Arbeitnehmer/-innen passgenau zusammenbringen, einen Arbeitsvertrag abschließen und eventuell noch eine Anschubfinanzierung oder eine Weiterqualifizierung aushandeln – das ist ihr täglich Brot.

Wir gehen in die Betriebe, wir reden mit den Chefs, wir wissen, wer wo gebraucht wird.
Herbert Utikal, Arbeitsvermittler

Herbert Utikal, Arbeitsvermittler bei der ARGE Mecklenburg-Strelitz, meint, viele Betriebe wüssten nicht, welche Leistungen und Anreize die Arbeitsgemeinschaften anbieten können, wenn es um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer geht.  So hat er vor kurzem vier Personen an eine Recyclingfirma vermittelt, zwar nur befristet, aber „dann haben sie auf jeden Fall einen Fuß in der Tür. “Gerade im Altenpflegebereich sieht er eine große Nachfrage. Da werde qualifiziertes Personal gebraucht. „Und wenn jemand 52 ist und sich drei Jahre ausbilden lässt, dann kann er noch zehn Jahre in dem Beruf arbeiten“, ergänzt Andreas Wegner.

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