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GENERATION GOLD - Potenziale für den Arbeitsmarkt in OWL

Den ganzen Menschen im Blick

Quartiersbezogenes Coaching für Langzeitarbeitslose – dahinter verbirgt sich ein Angebot, das Arbeitsuchende wohnortnah ansprechen soll. Generationen-Gold-Berater/-innen gehen dazu in ausgewählte Stadtteile, treffen dort ältere Arbeitsuchende vor Ort um über das Angebot zu informieren. Der Vorteil: Auf diesem Weg wird gleich zu Beginn das familiäre und soziale Umfeld einbezogen.

Nelli Neufeld ist eine von ihnen. Seit ein paar Wochen kommt sie regelmäßig in die Anlaufstelle in Bielefeld-Baumheide. "Ich will wieder arbeiten. Zu Hause sitzen, das ist nichts für mich", sagt die resolute Spätaussiedlerin, die seit 2005 einen Job sucht. Einfach ist das nicht. Die 57-Jährige hat keine abgeschlossene Berufsausbildung und auch der Rücken macht Probleme. „Die meisten bringen einen "ganzen Rucksack voller Probleme" mit: Sprachdefizite, familiäre Schwierigkeiten, Schulden oder gesundheitliche Probleme zum Beispiel“, erklärt Yasin Sever. Genau hier setzen die Generation-Gold-Berater/-innen an.

Zeit nehmen und Vertrauen aufbauen

Am Anfang der Beratung stehen intensive Gespräche und ein Profiling. Anschließend entwickeln die Mitarbeiter/-innen gemeinsam mit den Betroffenen eine Strategie, um die Probleme zu lösen, die eine Arbeitsaufnahme aktuell verhindern. Sie vermitteln zum Beispiel in Sprach- oder Analphabetisierungskurse, verweisen auf Fachleute und Hilfeeinrichtungen in der Region und arbeiten mit einem ganzen Netzwerk von Beratungsstellen zusammen.

Wir richten uns ganz nach dem Bedarf der Arbeitsuchenden und schauen uns jeden einzelnen Fall genau an.

Yasin Sever

 

"Unser Vorteil ist, dass wir deutlich mehr Zeit haben", ergänzt seine Kollegin Claudia Pipos, der es wichtig ist, Vertrauen zu den Teilnehmenden aufzubauen. "Oft kommen im Verlauf der Gespräche dann noch weitere Dinge zutage", erzählt die Psychologin. Der Ehemann ist vielleicht Alkoholiker oder es gibt große Schulden - Probleme, die so belastend sind, dass der Kopf für einen neuen Job gar nicht frei ist.

Auch die Gesundheit spielt eine Rolle

Auch die gesundheitlichen Probleme werden aktiv angegangen. In Kooperation mit den Krankenkassen bietet der Beschäftigungspakt kostenlose Ernährung- und Bewegungskurse an "Viele unserer Klienten haben gesundheitliche Probleme. Einige gehen auch nicht zum Arzt, obwohl sie zum Beispiel seit Jahren Diabetes haben oder einen Schlaganfall hatten", sagt Yasin Sever. Unwissenheit, Angst oder auch die Praxisgebühr halten sie davon ab. Doch ohne körperliche Fitness und Gesundheit ist an Arbeit nicht zu denken.

 In kleinen Schritten zum Erfolg

Vorrangiges Ziel des Coachings ist es, die über 50-Jährigen in ihrer persönlichen Lebenssituation zu stabilisieren, ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen und eine Annäherung an den Arbeitsmarkt wieder möglich zu machen. "Wenn es einmal Klick macht und ein Teilnehmer erlebt, dass er ein Problem lösen kann und es Auswege gibt, dann ist schon viel gewonnen", sagt Yasin Sever. Und manchmal führt die zusätzliche Hilfe auch noch einen Schritt weiter ins Berufsleben.

www.generation-gold.de